Frauengipfel:
Lisa Fitz, Lizzy Aumeier, Conny Kreitmeier und Ramona Schuhkraft in der Reichsstadthalle
Rothenburg o. T., 23. Juli 2010. Mit einem reinen Frauenprogramm setzte die Rothenburger Kabarett und Comedy Nacht am Freitag in der Reichsstadthalle Akzente. Lisa Fitz, durchaus als Grande Dame des deutschen Kabaretts zu bezeichnen, erfüllte den kabarettistischen Teil. Gleichwohl stellt die vielseitige Künstlerin häufig ihr musikalisches und komisches Talent zur Schau. So gerät denn auch ihre Darstellung der dreimal schönheitsoperierten Münchnerin aufgrund ihres verblüffenden Minenspiels zu einem der Höhepunkte des Abends. Einzig und allein Lisa Fitz ist es zu verdanken, dass politisches Kabarett im Programm seinen Platz bekam.
Durch den Abend führte Lizzy Aumeier, die das Programm - nach einem schweren Verkehrsunfall im Frühjahr – im Rollstuhl bestritt, was ihre Komik nicht im Geringsten dämpfte. Selbst auf den Kostümwechsel vom braven Dirndl zum engen, rot-glänzenden, tief ausgeschnittenen Vamp-Kleid verzichtet sie nicht. Viele Jahre auf den Comedy-Bühnen Deutschlands haben sie zu einer – im besten Sinne – routinierten, pointierten und hoch professionellen Künstlerin gemacht, die an diesem Abend ihr Publikum mühelos im Griff hatte und mit gekonnter Spontaneität den roten Faden zwischen den sehr unterschiedlichen Künstlerinnen des Abends bildete. Zentrales Thema ihrer Performance ist – wie immer – ihr eigener Körper. Männer in der ersten Reihe durften mal wieder zittern.
Ramona Schuhkraft schlüpfte in die Rolle der dümmlich-naiven Altenpflegerin Sibylle Bullatschek, die im „Haus Sonnenuntergang“ ihren „Senioritas und Senioren“ den Lebensabend erträglich machen soll. Die häufig mit guten Kritiken der Lokalpresse bedachte Schuhkraft hatte beim Rothenburger Publikum etwas zu kämpfen, vermochte es nicht, die Zuschauer abzuholen. An diesem Abend fehlte es ihr an Spitzzüngigkeit und Souveränität, mit der es ihr sonst gelingt, den schwarzen Humor zu befreien und die Menschen über die bittersten und dramatischsten Themen zum Lachen zu bringen.
Den musikalischen Teil übernahm das Stimmungsorchester Kreitmeier. Frontfrau Conny Kreitmeier zündete, als gut organisierte und – in einem Haufen undisziplinierter Bürohengste – akzeptierte Büroleiterin, ein kleines Musikfeuerwerk. Zentrales Thema aller Texte ist das Minenfeld der Beziehung zwischen Mann und Frau. Die stimmgewaltige, preisgekrönte Sängerin und ihre 3-köpfige Band setzten Anfangs-, Mittel- und Schlusspunkt der Rothenburger Kabarett und Comedy Nacht 2010.
Unser besonderer Dank gilt dem Publikum des Abends fürs Kommen, Thomas Müller von Rothenburg-Events und natürlich den Sponsoren:
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