Rothenburg ob der Tauber - Reichsstadthalle - Im Spitalhof

Stehende Ovationen bei
2. Rothenburger Kabarett & Comedy Nacht

Rothenburg o. T., 18.07.2009. Für Begeisterung sorgte am Freitag Abend die 2. Auflage der Rothenburger Kabarett- und Comedy-Nacht. Mit dabei waren „Dreggsagg“ Michl Müller, der Mainzer Kabarettist Frank Fischer, der Franke Mäc Härder und das Münchener Duo „Unsere Lieblinge“. Die Mischung aus Musik, bissigem Kabarett und fränkischer Comedy war von solcher Energie und Witz, dass es das Publikum in der voll besetzten Reichsstadthalle am Schluss nicht mehr auf den Stühlen hielt.

Der lokale Promoter, Thomas Müller, freute sich über doppelt so viele Zuschauer wie 2008. Mehr als die Hälfte war von weit her angereist. „Offensichtlich war die Zugkraft der Künstler so stark, dass eine Anreise aus Hannover oder dem hessischen Gelnhausen gerne in Kauf genommen wurde“, so Müller.

Die Rothenburger Kabarett- und Comedy-Nacht wird auch 2010 wieder stattfinden. „Nicht nur wir, auch die Künstler waren vom Publikum in Rothenburg und der tollen Atmosphäre voll auf begeistert“, so Heidrun Fernau von PASS-Events. Gerhard Rienecker, Initiator der Veranstaltung und ehemaliger Rothenburger, stellte fest: „Die Intention dieser Initiative, nämlich die Wertigkeit von Rothenburg als attraktive Kulturstadt zu steigern, zeigt Erfolge, die über unseren Erwartungen liegen. Insofern wird es eine 3. Kabarett & Comedy-Nacht geben“. Weitere neue Veranstaltungen in der Stadt plant Rienecker mit der PASS Events GmbH.

impressum

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Programm voller Abwechslung
Den Abend eröffneten „Unsere Lieblinge“ mit Musik-Comedy. Diese beiden ausgezeichneten Musiker spielten sich direkt in die Lachmuskeln der Zuschauer, indem sie bekannte Songs auf nie gehörte Art und Weise interpretierten. Inspiration für ihren Auftritt hatten Sie sich am Nachmittag auf einem Spaziergang durch Rothenburg geholt, als sie die Geschichte vom Meistertrunk kennenlernten: „Es ist schön zu sehen, dass Rothenburg durch übermäßigen Alkoholgenuss zu einer stolzen Stadt wurde.“ Die Künstler huldigten dieser Tatsache mit einer ureigenen Version von „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“, auf die sogleich der Folgetitel „Rehab“ von Amy Winehouse folgte, die kurzerhand in „Amy Nusch-Haus“ umbenannt worden war.

Durch den Abend führte Frank Fischer aus Mainz. In seinen Moderationen gab er immer wieder seine eiskalt analysierten Beobachtungen aus dem Alltag zum Besten und warf Fragen auf wie beispielsweise: „Warum rufen im Radio immer Menschen mit unverständlichem Dialekt an?“, „Warum hat Udo Lindenberg für seine letzte CD „Stark wie zwei“, auf der allerhand Duette mit bekannten deutschen Künstlern zu hören sind, Herbert Grönemeyer nicht mitsingen lassen?“. Fischer griff sogleich zur Gitarre, um dem Publikum vorzuspielen, wie dieses Duett wohl klingen würde.

Mäc Härder blickte tief in die fränkische Seele hinein, nicht ohne noch eine Lektion Fränkischen Sprach- und Geschichtsunterricht zu erteilen: Die Franken sind nämlich in seiner Version entstanden, als die Völker von Norden nach Süden wanderten. An der Donau stand ein Schild „Nicht überqueren“. Diejenigen die lesen konnten, haben sich daran gehalten, die anderen gingen weiter nach Bayern, Österreich und Italien…

Der selbst ernannte „Dreggsagg“ Michl Müller stellte dann den Bezug der Franken zum Rest der Welt wieder her, in dem er eine leichte Melange von Otto-Normalfranke bis zu Barack Obama servierte und das ganze mit dem „Fränkischen Jodler“ und der Hommage an die Fleischereifachverkäuferin krönte.  Der „Dreggsagg“ ist ein bisschen Schelm, ein bisschen Eulenspiegel, ein bisschen Hofnarr.

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